Sa 19.9. 19 Uhr - Eintritt 10 €, ermäßigt 6 €
ROAMS notations
In "roams_notations" dreht sich alles um sich selbst. Der Soundkünstler Veith Michel spielt mit dem Klang des Holzes. Bestandteile der dabei enstehenden Raum-Sound-Skulptur sind die Klänge der Bühne des Bildhauers Harald Kienle, des Holzkleides der Tänzerin Michaela Pereira Lima, die eines Grammophons mit Holzplatte und eines Plattenspielers.
Künstler:innen-Kollektiv roams
Gemeinsame Projekte:
2024 „roams_outline“, Zwingli-Kirche (Berlin)
2025 „furin – Die Windharfe“, Freiluftgalerie (Fürth)
2025 „roams_adventures“, Trilogie, Tafelhalle (Nürnberg) – gefördert durch die kommunale Förderung der Darstellenden Künste der Stadt Nürnberg
https://www.haraldkienle.de/portfolio/kollektiv-roams/
Beobachtung: https://www.curt.de/inhalt/artikel/16701/43
Roams versteht sich als Kollektiv für künstlerische Forschungs-, Erfahrungs- und Begegnungsräume, in dem sie unterschiedliche Disziplinen positionieren. Ziel ist, das Klangspektrum des Holzes im Sinne der Neuen Musik als Verbindungselement interdisziplinären Schaffens herauszuarbeiten und in immer neue Zusammenhänge zu bringen. Das Publikum ist Teil und Dialogpartner der Künstler:innen. Die Bühne ist ein mit dem Zuschauerraum ineinanderfließender Landschaftsraum aus Skulptur, Klang und Performance.
Hintergrund
Die teilnehmenden Künstler:innen haben zum Teil in großen und kleinen Formaten in Ausstellungen und Performances zusammen mit Harald Kienle im „Holz_Klang_Raum“ gewirkt. Aus diesen Zusammenarbeiten entstand der Impuls einer weiteren Zusammenführung und intensiveren inter- und transdisziplinären Arbeit und mehr im performativem Feld zu agieren, gemeinsam zu experimentieren und Formate auszuarbeiten und ein Publikum zu kreieren, das sich für Bildhauerei auf der Bühne, Darstellende Kunst und Musik interessiert.
Videobeispiel 2026 Tafelhalle Nürnberg: https://www.youtube.com/watch?v=Daf6tKvDC5c
Soundbeispiel: https://open.spotify.com/intl-de/artist/7rbalsha4KKeCSMHmq19LL
Videobeispiel 2024 Zwingli-Kirche Berlin: https://youtu.be/318eNTtaNKQ
Videobeispiel 2023 St. Egidien, Nürnberg: https://www.youtube.com/watch?v=LL-skLOIukA
Methodik der Fragmentierung und Granularsynthese
Holz, Körper und Klang im Wechselspiel
Der Körper wird selbst zum Klanginstrument. Der bewegte Klangkörper Mensch schwingt zwischen Raum- und Klangkörpern, die selbst nicht starr sind und eine eigene Dynamik besitzen. Zwischen festgelegten Strukturen gibt es Momente der Improvisation, der Fragmentierung, der Reaktion und der Begegnung von Bewegung und Tönen.
Kompositionen entstehen mittels der Granularsynthese durch Bewegung, Interaktion, Raum und Material. Die Mikroteile werden anschließend neu interpretiert und zu akustischen Welten geformt, die weit über die ursprünglichen Klänge hinausgehen.
Der kreative Prozess beginnt mit einer genauen Beobachtung des Klangspektrums und der gezielten Erarbeitung von Klangaufnahmen.
Diese Arbeit lässt sich als ein Spiel mit Klangräumen beschreiben. Die mikroskopischen Details der Audiofragmente werden so arrangiert, dass sie neue Texturen, Schichtungen und Transformationen hervorbringen. Ziel der Kompositionen ist es, nicht nur neue Klänge zu erschaffen, sondern auch die emotionale Tiefe und die Wahrnehmung der Hörer nachhaltig zu beeinflussen, sich in der Bewegung, im Raum und in den gemeinsam erschaffenen Bildern sichtbar werden und für alle Teilnehmenden erlebbar sind.
Harald Kienle ist Bildhauer (Prof. Wilhelm Uhlig & Prof. Tom Scott, AdbK Nürnberg). Im Holz-Klang-Raum fordert er seit dem Jahr 2016 Künstler:innen unterschiedlicher Disziplinen zur anhaltenden Zusammenarbeit auf. Die erste sich über Wochen aufbauende „Klang-Landschaft der Hölzer“ fand im Jahr 2017 in einer leerstehenden Fabrikhalle in der Nürnberger Südstadt mit dem Komponisten Johannes Billich sowie weiteren Musiker:innen und Darstellenden Künstler:innen statt (orff21.de).
Michaela Pereira Lima ist Tanzkünstlerin, Tanzvermittlerin und freie Choreografin. Die Deutsch-Brasilianerin ist seit 2008 als freischaffende Tanzvermittlerin und Kulturschaffende im Nürnberger Raum tätig. Ihre Performances und Projekte entwickelt sie prozessorientiert und in interdisziplinären künstlerischen Formaten.
Zum einen ist sie selbst als Tanzkünstlerin in vielfältigen Bewegungs- und Somatischen Arbeitsfeldern beheimatet, die ihre choreografische Arbeit charakterisiert und unterschiedliche Stile miteinander verwebt. Außerdem unterrichtet sie zeitgenössischen, afrobrasilianischen Tanz und Yoga in eigenen Gruppen, Studios, kulturellen Einrichtungen und Bildungsträgern in Form von Kursen, Workshops und Projekten und ist festes Teammitglied bei TanzPartner e.V. im KunstKulturQuartier Nürnberg. Durch verschiedenste und stetige Weiterbildung in Tanz- und Bewegungskunst, somatischer Arbeit, im Gesundheitswesen und der Pädagogik ist ihre tänzerische und choreografische Arbeit charakterisiert durch das Zusammenbringen unterschiedlichster Stile und Vorgehensweisen.
Veith Michel (von Tsotzhousn, Berlin), ist ein experimenteller Klangkünstler und Spezialist für Immersive-Ambient-Environments. Er verwandelt Klänge in fesselnde Musikkompositionen, bei denen Umgebungsgeräusche sowie Aufnahmen klassischer Musiker zum Einsatz kommen. Seine Performances waren unter anderem zur re:publica 2019 Berlin, dem Wiener Event für informatorisches Denken (ADA Wien), der Superbooth 2020 & 2022, bundesweit an Veranstaltungsorten und in Clubs sowie mit verschiedenen Performances der Berlin Modular Society zu sehen. Mit dem Projekt „Kläng“ veröffentlichte er 2019 eine Live-Improvisation auf Tape, welches unter anderem auf Bandcamp zu finden ist. Seine EP “Scores” wurde 2021 durch das Berliner Label Rundlauf veröffentlicht.
Maria Trunk ist Philologin (M.A.) in den Fächern Japanologie, Biologie und Journalistik. Von 2016 bis 2021 war sie Mitglied im Künstler:innenkollektiv Institut für Angewandte Heterotopie, von 2016 bis 2019 Vereinsvorständin im Verein Quellkollektiv und Mitbegründerin des Kulturortes Heizhaus. Seit 2019 arbeitet sie im Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg. Dort ist sie die Frau hinter dem Raumkompass, der 2021 mit dem Bundespreis für kooperative Stadtentwicklung ausgezeichnet wurde. Der Raumkompass unterstützt Kunst- und Kulturschaffende aller Sparten auf Raumsuche und in der Umsetzung vielfältiger Projekte.